Bei einem meiner ersten Vorträge stand ich vor einem Hörsaal voller Erstsemester und sprach über Motivation. Genauer gesagt: darüber, dass der erste Schritt meistens der schwerste ist. Und wie klein er wirklich sein darf. Meine Idee war simpel: eine lächerlich kleine Aufgabe als Einstieg. So klein, dass man gar nicht anders kann, als anzufangen.
Ich sah es ihnen an. Skeptische Blicke. Stirnrunzeln. Dieses Gesicht, das sagt: „Ernsthaft jetzt?“ In dem Moment dachte ich nur: Ich muss weiter erklären. Ich brauche bessere Beispiele. Lustigere Beispiele. Irgendwas, das sie abholt. Ich habe das für einen schlechten Vortrag gehalten.
Allerdings sprachen mich hinterher ziemlich viele Zuhörer an. Sie wollten ihre Ideen besprechen. Sie hatten nachgedacht. Der Gedanke, der ihnen im Hörsaal noch komisch vorkam, hatte sich festgesetzt. Genau das passiert, wenn ein Vortrag etwas hinterlässt. Er regt zum Nachdenken an, manchmal irritiert er sogar. Aber er bleibt hängen.
Die Wirkung eines Vortrags zeigt sich in den Gesprächen danach.
