Monotasking ist toll

In meinen Seminaren und auch im Einzelcoaching bitte ich die Teilnehmer immer wieder, mir genau zu beschreiben, wie so eine Entscheidungsfindung konkret abläuft. Die einfach getroffenen „leichten“ Entscheidungen halten die meisten übrigens für nicht weiter erwähnenswert. Sie sind nicht der Grund, warum sie ein Seminar besuchen oder ein Coaching in Anspruch nehmen, da sie keine Schmerzen, Zweifel oder Qualen verursachen. Erstaunlich, wie wenig uns bewusst ist, was wir schon jeden Tag gut und mit Leichtigkeit machen.

Im Vergleich: wie viele „schwere“ Entscheidungen treffen Sie pro Tag/Woche/Monat? Und wie viele „leichte“? Haben Sie sich schon mal dafür auf die Schulter geklopft, wie gut Sie mit den meisten Ihrer Entscheidungen im Leben umgehen?

Die meisten meiner Teilnehmer berichten mir, dass die schweren Entscheidungen viel Zeit in Anspruch nehmen und sie damit eine ganze Weile beschäftigt sind. Und zwar meistens dann, wenn:

 

  • sie grade einschlafen möchten und müssen. Aber nein: bäng – da ist es, das Gedankenkarussell. Und besonders gut funktionierende Karusselle können so viel Krach machen, dass sie uns wecken. Einfach so. Mitten in der Nacht.

 

  • sie sich unbedingt vorbereiten und konzentrieren müssen: Man müsste sich ganz dringend auf das gleich beginnende Meeting vorbereiten, aber diese anstehende Entscheidung schießt uns immer wieder in den Kopf und verhindert, dass wir uns fokussieren und konzentrieren. Ich beginne also das wichtige Meeting mit den Worten: „Hallo, ich bin Julia Grebe und überlege, mich von meinem Freund zu trennen.“

 

  • sie Routinearbeiten erledigen: Hin und wieder sind es grade die täglichen Arbeiten, die nicht viel Konzentration erfordern, die eine wunderbare Grundlage für das Gedankenkarussell bieten. Sie machen die Ablage, während die Entscheidung zum neuen Job noch aussteht? Spätestens beim K für Kündigung ist die Arbeit in Gefahr! Und Sie können Ihrem Vorgesetzten beim besten Willen nicht erklären, wo diese Unterlagen abgeblieben sind…

 

  • sie sich mit Freunden treffen: Sie haben sich mit Ihren Liebsten verabredet, um endlich mal wieder einen geselligen Abend zu verbringen. Und während alle anderen sich über diese lustige Geschichte kaputtlachen, haben Sie schon Muskelkater vom Mundwinkel – hochhalten und versuchen krampfhaft, diese innere Stimme doch wenigstens für heute Abend zum Schweigen zu verdonnern.

 

Und wissen Sie was? Wenn ich Ihre Entscheidung wäre, würde ich das genauso machen. Ich hätte auch gern Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, statt mich mit allen Kräften als Hintergrundprozess bemerkbar machen zu müssen. Ich würde schreien und toben und laut sein, um meinen Job zu machen – nämlich in all meinen Möglichkeiten ent-schieden zu werden. Ich möchte, dass Sie alle anderen Aufgaben zur Seite legen und sich mit mir beschäftigen. Denn ich bin wichtig, sonst würde ich nicht immer wieder auftauchen.

Mono – statt Multitasking beim Entscheidungen – Treffen also.  Nehmen Sie sich die Zeit und Aufmerksamkeit, die Ihre Entscheidung verdient und widmen Sie ihr für eine Weile Ihre volle Aufmerksamkeit. Sie wird es Ihnen mit durchschlafenen Nächten und Ruhe danken.

 

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