3 Tipps für mehr Zuversicht

Zuversichtlich in die Zukunft zu schauen ist wundervoll. Das Gefühl von Sicherheit, Stärke und Selbstvertrauen gibt uns die Gewissheit, dass wir schon schaffen, was auch immer auf uns zukommt. Wenn wir uns einer Aufgabe mit Zuversicht widmen, denken wir nicht viel über mögliches Scheitern nach. Wir tun es einfach.

Aber wenn wir uns unsicher fühlen? Das ist eine andere Geschichte. Das Gefühl von Stärke und Selbstvertrauen ist verschwunden und wird von Zweifel und Zögern ersetzt. Wir sind durch unsere Gedanken darüber abgelenkt, wie unvorbereitet wir sind. Wir möchten uns manchmal am liebsten verstecken. Das ist so unangenehm und oft so vertraut.

Mit 18 Jahren fiel ich durch die Führerscheinprüfung. Meine ganze Zuversicht war dahin – ich sah mich in einem freud- und autolosen Leben. Noch dazu war es die erste wichtige Prüfung, die ich nicht bestanden hatte – und das auch noch kurz vor der Abiturprüfung! Ich zweifelte an mir und hatte Panik, nicht perfekt vorbereitet zu sein. Nach vielen Jahren ist mir heute klar: es geht immer irgendwie. Ja, ich habe den Führerschein im zweiten Anlauf bekommen und ja, ich habe auch mein Abitur bestanden. Trotzdem bin ich seitdem in Prüfungen gescheitert, musste berufliche und private Risiken eingehen. Hin und wieder verlässt mich das Selbstvertrauen auch heute noch. Eine Sicherheit habe ich allerding mitgenommen: die Zuversicht, mit jeder Planänderung und Lebensumleitung schon klarzukommen. Dieses Wissen stärkt mich. Oft genug haben genau die Momente, in denen ich unsicher und zweifelnd neue Wege eingeschlagen habe, zu den besten Ergebnissen geführt.

Zuversicht ist paradox: wir möchten uns zuversichtlich fühlen, bevor wir etwas tun, das neu und riskant ist. Allerdings erleben wir das Gefühl meist erst, wenn wir es getan haben. Die Zuversicht, die wir uns wünschen, kommt nach dem Handeln und nicht vorher. Selbst, und grade, wenn das Ergebnis anders ist, als erwartet.

Im Kern bedeutet Zuversicht das Vertrauen in uns, dass wir mit dem Ergebnis schon klarkommen, egal wie es aussieht. Sobald wir uns unsicher fühlen, ist das ein Zeichen dafür, das Angst unser Handeln beeinflusst und dafür sorgt, dass wir uns mit den negativen „ Aber was wenn“ – Gedanken beschäftigen.

Diese ängstliche Seite in uns ist wichtig und verdient, gehört zu werden. Sie sorgt dafür, dass wir Risiken abwägen, uns Zeit lassen und möglichst viele Konsequenzen bedenken. Allerdings können wir die Konsequenzen von etwas, das wir noch die getan haben, nur erraten. Wir bauen häufig Widerstände und Unsicherheit über eine unvorhersehbare Zukunft auf. Der Widerstand kann sehr effektiv sein, besonders wenn wir uns daran gewöhnt haben, zurück zu weichen und der Angst nachzugeben.

 

Was kannst du also tun, um zuversichtlich zu sein, bevor du das Ergebnis deines Handelns kennst?

Tipp 1: Auf die Plätze, los, fertig

Wenn du dem traditionellen Ablauf „ Auf die Plätze, fertig, los“ folgst, wirst du vermutlich nie starten. Mach dir klar, dass du so fühlst als wärest du noch nicht fertig und sei bereit, trotzdem loszulegen. Vielleicht wackeln deine Knie und dein Herz klopft wie verrückt: das ist ok. Lass deinen nächsten Schritt einen Schritt vorwärts sein.

Der Schriftsteller G.K. Chesterton sagte:

„Fortschritt besteht nicht darin, dass wir in einer bestimmten Richtung unendlich weiterlaufen, sondern dass wir einen Platz finden, auf dem wir wieder eine Zeit lang stehen bleiben können.“

Lauf los, damit du diesen Platz finden kannst. Jeder Schritt lässt dich vorankommen und stärkt deine Zuversicht, dass es weitergeht.

 

Tipp 2: Lerne das  Unfertige zu schätzen

Lass die Idee los, dass es nur ein oder zwei „richtige“ Wege gibt, etwas zu tun. Verabschiede dich vom Gedanken, alles bereits vor dem Startschuss perfekt geplant, durchdacht und vorbereitet zu haben. Die Suche nach der einen richtigen oder perfekten Antwort ist auch nur ein Widerstand, den es zu überwinden gilt. Wenn du wartest, bis du etwas perfekt kannst, wirst du nichts tun.

Im Gegenteil: wir wachsen dann am meisten, wenn wir uns mit unvorhergesehenen Ereignissen auseinander setzen müssen. Beim Improvisieren werden wir kreativ und sehen neue Lösungen, die wir vorher nicht in Betracht gezogen haben. Jedes überwundene Hindernis stärkt deine Zuversicht, dass du auch das nächste Mal eine Lösung finden wirst.

Löse dich von unerreichbaren Ansprüchen, so dass du genau da starten kannst, wo du bist.

 

Tipp 3: Kenne dein „Warum“

Was ist das größere Bild? Was ist dein Ziel? Dein Traum? Behalte deinen Traum vor Augen, um dich zu motivieren, wenn ein innerer Widerstand dich zurückhalten möchte. Was jetzt schwierig wirkt, wird es wert sein, wenn du dein Ziel erreichst hast. Zuversicht entsteht, wenn wir wissen, warum wir die Mühen auf uns nehmen und Ängste überwinden sollten.

Starte nicht mit deiner größten Herausforderung, um deine Zuversicht zu üben. Kleine Schritte sind leichter zu erreichen und geben dir sofort Feedback zu deinem Handeln. Du kannst stolz sein auf jeden gegangenen kleinen Schritt, der deine Zuversicht in dein Handeln bestärkt. Je mehr du übst, desto leichter wird es dir fallen, dich zuversichtlich auf Neues einzulassen.

Pass auf, Welt – hier kommst du!